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Es war ein besonderer Event, zu dem die St. Urbanus Weinritter am 25.3.2026 ins Weingut Oppelmayer nach Göttlesbrunn gebeten hatte: Zum Römerfest auf den Spuren der XIIII. Legion (Diese wählte bewusst diese Schreibweise - und nicht XIV, wie es jeder Lateiner erwarten würde)!  Winzerin Barbara Oppelmayer empfing die Gäste im alten Presshaus, das von hunderten Kerzen romantisch beleuchtet wurde - mit einem fruchtigen Frizzante.

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Mit sehr lebendiger Schilderung führte uns Barbara Oppelmayer zurück ins 1. bis 4. Jahrhundert n.Chr., als die Gegend von den Römern besetzt war. Carnuntum war damals eine der bedeutendsten römischen Weltstädte mit rund 50.000 Einwohnern. Von hier leitete Kaiser Marcus Aurelius (121-180 n.Chr.) während der Marcomannenkriege mit der berühmten Legion XIIII Gemina Feldzüge gegen germanische Stämme. Und hier in Carnuntum wurde 193 n. Chr. Septimius Severus (145–211 n.Chr.) von den Legionären zum Kaiser ausgerufen. Danach marschierte er nach Rom und übernahm die Macht.

Nach dem Frizzante und der Vorspeise, bei den alten Römern „Gustatio“ genannt, durften wir zwei Weine, die wie früher aromatisiert, mit Gewürzen durchsetzt waren, probieren. Dieser Römertrunk wurde nach Rezepturen des Marcus Gavius Apicius kreiert. Apicius war ein wohlhabender römischer Kaufmann und Feinschmecker des 1. Jahrhunderts n. Chr., der bis heute als Inbegriff des antiken Luxus und der Esskultur gilt. Nach ihm wurde eines der ältesten überlieferten Kochbücher der Welt, De re coquinaria, benannt – ein Grundstein der europäischen Kochgeschichte. Danach ging’s zur großen Tafel in den 1.Stock.

Das Essen der einfachen Legionäre basierte auf Getreide – auch so kann ein Weltreich erobert werden. Wir bekamen eine verfeinerte, sehr schmackhafte Version dieser Speise, das „Puls Fabata“ mit Brot. Das war ein sehr typisches, einfaches Gericht der Römer, besonders für Bauern, Soldaten und arme Stadtbewohner. Wobei man bei den Römern unter "Puls" einen Getreidebrei (meist aus Gerste oder Emmer) verstand. Dies war eines der ältesten und typischsten römischen Grundnahrungsmittel, ergänzt durch "Fabata", Bohnen, gewürzt mit Safran und Liquamen. 

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Wie bei den Zenturionen (den römischen Oberbefehlshabern), wo nach der Jagd über offenem Feuer gegrillt und danach frei nach dem Motto "Gaudeamus igitur et nunc est bibendum" (Lasst uns also fröhlich sein und trinken!) gefeiert wurde, durften wir Grillweltmeister Adi Bittermann über die Schulter schauen. Riesige Tomahawksteaks brutzelten auf dem Spezialgrill. Der Geruch machte unsere beiden anwesenden Hunde – Romy und Bugs – etwas nervös. Mit dieser Speise, der „Primae mensae“ mit „Additiones“ (zusätzlichen Beilagen) waren wir in der Oberschicht der Römer, bei den Patriziern, angekommen. Damals ein typisches "Cena", die abendliche Hauptmahlzeit der Reciehn. Bacchus servierte eine Weißweincuvée und einen Zweigelt, den es zwar zur Römerzeit noch nicht gegeben hat, der aber hervorragend zum Fleisch passte. Damals hat man Wein nur mit Wasser verdünnt getrunken.

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Zum Abschluss, der "Secundae mensae", musste Kaiser Nero herhalten. Der Liebhaber von Speiseeis beschäftigte spezielle Läufer, um Eis auch im Sommer von den Gletschern der Alpen nach Rom zu transportieren. Unsere „Dulcia“ (süße Speise) waren römische "Globuli" (in Öl gebackene Topfen-Gries-Bällchen in Honig gewendet, gelten als Vorläufer heutiger Krapfen) mit Eis aus der Tiefkühltruhe, schmeckte aber köstlich. Eine außergewöhnliche Verbindung von römischer Geschichte und Genuss! Ein einmaliger Abend!

Bericht: Irene Holzhacker, Christian Stöger
Fotos: Irene Holzhacker

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