In die Welt des Portweins entführte das Konventikel Eins am 12. und 13.2.2026 im PORT Wein Bar und Shop "Porto Vino". Es ging dabei um ein "süßes Kennenlernen", das nach einem Aperitiv durch insgesamt 13 (!) Proben ziemlich umfassend ausfiel. Weißer Portwein kann aus 44 Traubensorten gekeltert werden, roter aus 66, die alle in Portugal, im oberen Douro-Tal Richtung spanischer Grenze wachsen. Namensgebend ist die portugiesische Hafenstadt Porto, wo der Wein in großen Fässern in Lagerhallen reift und von wo er weltweit exportiert wird.

"Sehr vereinfacht gesagt ist Portwein ein süßer Wein mit viel Alkohol, nämlich 19–22 Volumenprozent", erläutert Geschäftsführer Stefan Weichinger, während sein Kompanion Robert Augmüller den Aperitiv, einen Dry White Port vom Weingut Dalva mit Tonic, Rosmarin und Zitrone zubereitet. Der ideale Sommercocktail, erfrischen, mit leichter Süße, aber trocken.

Dann ging's aber los mit den klassichen Portweinen, den Rubys und den Tawnys. "Portwein ist generell ein Wein, der aus mindestens vier, meistens aus 5-7 Sorten sehr reif und sehr süß ausgebaut wird. Eingemaischt in großen Steinbecken wird er spontan vergoren, nach 3-4 Tagen durch die Zugabe von Branntwein wird die Gärung gestoppt und der Wein mit etwa 20 Volumsprozent zur Reifung nach Porto gebracht", erklärt Stefan Weichinger weiter.

Wobei man bei den roten Ports zwischen Ruby und Tawny unterscheidet. "Ein Ruby reift in der Regel nur 2 bis 3 Jahre in großen Holzfässern oder Edelstahltanks, um eine Oxidation zu vermeiden und die primären Fruchtnoten zu bewahren.

Nach je einem jungen Tawny und einem Ruby von Vale da Raposa zum Einstieg ging es weiter mit der Quinta da Romaneira in der Nähe der Ortschaft Pinhao. Alle Weine bei 19,5 Vol%, wobei der erste Tawny drei Jahre, der zweite bereits sechs Jahre im Fass gereift ist. Der Ruby als Special Reserve reifte zur Hälfte im Tank, zur Hälfte in der Flasche.

Es folgte ein Ruby LBV (late bottled vintage) von Vista Alegre mit 20 Vol%. Im 10.000 Liter-Fass seit 2013 gereift, spät in die Flasche gefüllt. Daher "late bottled" und eben "vintage" (Ernte) 2013. Dazu ein Tawny Porto 10 Anos von Messias, wie jeder Tawny (außer der Colheita, dazu später) ein Jahrgangsblend. "Anzumerken ist hier, dass der Ruby mit dem Alter dunkler, der Tawny aber heller wird."

Nach einer kleinen Stärkung mit Köstlichkeiten wie Schinken, Käse, fermentierten portug. Oliven und ausreichend knuspriges Baguette gab es wieder einen Ruby LBV, diesmal 2015 von der Quinta da Gaivosa, Kostenpunkt ca. günstige € 26,-. Und ein Ruby Reserva von der Quinta Noval um € 32,-, "bei dem die Trauben für diesen Noval Black etwa 14 Tage Kältebehandelt worden sind. Portwein wird übrigens erst richtig teuer, wenn wir mehr als 40 Jahre zurückgehen, ansonsten ist er wirklich preisgünstig", so Weichinger.

Der 2000er Ruby Vintage Port von Vista Alegre musste dekantiert werden ("Vintage Ports immer dekantieren!"), da er durch seine Trubstoffe und die Schalenstücke der Tauben, die bei der Reifung im Wein bleiben, ein massives Depot aufwies. "Für diese Spezialität muss man schon an die 100 Euro hinlegen", so Weichinger. Mit 20 Jahren fast ebenso alt dann der Tawny Porto Feuerheerd von Darao de Vilar. Zum Abschluss der Verkostung ging es noch weiter zurück, und zwar mit zwei sehr reifen Tawnys: einem 1994er Tawny, einer sogenannten "Colheita", wie reine Jahrgangsweine beim Tawny genannt werden. Gefüllt 2021, vom Weingut Dalva. Und dann noch ein Porto Mais de 40 Anos von Messias, eine "Colheita" aus dem Jahr 1988, im Glas berits bernsteinfarben, süß und betörend..
Eine Colheita aus dem Jahr 1985 von Dalva war der Überraschungs- und Abschlusswein dieser beiden außergewöhnlichen Verkostungsabende zwischen Rubys und Tawnys, die so manchen neuen Portwein-Fan gefunden haben. Und vielleicht auch zu einer Reise ins Portweingebiet an den Douro und nach Porto animiert haben.
Text und Fotos: Christian Stöger
