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Geheimnis VII erstmals Solo

Eine Premiere gab es heuer bei der Präsentation der Weinrittercuvée "Geheimnis VII". Nicht wie sonst üblich beim Ordenskonvent, sondern dieses Mal als eigene Veranstaltung am 5.11.2018 in der Vinothek Bitzinger in der Albertina, wurde dieser Wein vom Winzer Johann Gisperg jun. im Rahmen eines Galabends präsentiert. Gisperg stellte die Weine seines Betriebes in Teesdorf als jeweilige Speisenbegleiter vor, bevor das Geheimnis des "Geheimnis VII" gelüftet wurde (siehe auch "Weinrittercuvée).

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Mit einführenden Worten von Johann Gisperg, mehrfacher NEWCOMER-Sieger und daher seit seinen Anfängen dem St. Urbanus Weinritterorden sehr verbunden, begann der geheimnisvolle Abend. Der Betrieb liegt im Wiener Becken, im so genannten "Steinfeld" das sich durch extrem steinreiche Böden auszeichnet. Bewirtschaftet werden 16 ha Weingärten, die mit zahlreichen Rebsorten bepflanzt sind und sich auf die Rieden in Tattendorf (hauptsächlich Rote) und Teesdorf (auch weiße Burgundersorten, weil 1° kühler) aufteilen. 

Am Anfang seiner Karriere stand der Sieg beim Newcomer-Bewerb 2013 der St. Urbanus Weinritter mit seinem Merlot 2011 Reserve, es folgten weitere Newcomer-Siege 2014 und 2015 in der Kategorie Rotwein, 2016, im letzten Jahr seiner Teilnahmemöglichkeit, auch noch Platz 3. Es folgten zahlreiche weitere Auszeichnungen wie etwa ein 2. Platz bei der Schlossquadrat-Trophy, und zuletzt bei der Vinaria Trophy 2018 mit der St. Laurent Reserve 2015 Gesamtsieger der Kategorie Rotwein reinsortig. Und im Wein-pur Guide 2018 ist er mit seiner St. Laurent Reserve 2016, der Chardonnay Reserve 2017 und der Merlot Reserve 2016 gelistet.

Mit seinem Chardoannay Klassik 2017 wurde der Abend zu Tafelspitzsülzchen mit roten Zwiebeln, Vogerlsalat und Kürbiskernöl eröffnet.13%, 4,6g/l Säure, glänzendes, noch jugendliches, helleres Gelb; nobel in der Geruchsphase, in der Nase traubig, angenehmer Würzefaktor, elegant nussig, dazu ein Touch von ansprechender Kernobstfrucht; am Gaumen reife, doch anregende Art, mineralisch, punktet mit Nuss und Würze, vermittelt Reife und Wärme mit wohldosierter Säurebalance, eleganter, charaktervoller Nachhall. Gemischt aus 5-6 verschiedenen Fass-Chargen, frei nach dem Gisperg-Motto: "Vieles Kleines macht etwas Großes".

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Zur Hauptspeise, Schweinemedallions im Speckmantel auf Madeiraglace, dazu Brokkoli und Kartoffelgratiné kam dann der vielfach prämierte Merlot Reserve, diesmal aus dem Jahr 2015, auf den Tisch.14% Alkohol, schmeichelt diese vollmundige Reserve mit dunkler Zwetschke, Kirsche, rundem strukturiertem Gerbstoff, einer facettenreichen inneren Struktur, sowie hoher Lagerfähigkeit durch den Ausbau im neuen Barrique. Am "Geheimnis-Abend" DER ideale Speisenbegleiter!

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Und dann war es endlich soweit: das "Geheimnis VII" wurde vorgestellt. Diese Cuvée wurde im Oktober 2017 im Weingut Gisperg unter der Leitung von Johann Gisperg jr. von unseren Weinrittern Veronika Schober, Klaus Leitner, Helmut Ilsinger, Michael Helmut Puhr, Alexander Wacek, Alexander Heider, Monika und Christian Schwedler kreiert. Und zwar aus 47,5% CS, 32,5% ME, 20% ZW bei 13,5% Alkohol (Weinbeschreibung siehe auch "Weinrittercuvée). Ein schöner Trinkgenuss, der wohl noch einige Jahre anhalten wird. Erhältlich ausschliesslich über das St. Urbanus Weinritter Ordenskollegium um € 16,-

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Zum Abschluss der Speisenfolge kamen noch Nougatknödel in Nussbrösel auf Fruchtspiegel, und dazu die WB Beerenauslese 2017 mit lediglich 10% Alkohol aber 6,7g S und 140g RZ. Dennoch ein cremiger, fülliger Wein, tiefes Goldgelb, relativ kraftvoll, lang und intensiv, Süße und Alkohol bestens aufeinan­der abgestimmt, die Säure verbreitet harmonisches Feeling, im Finish schöne Trocken­fruchtaromen. Gekeltert am 6.12.2017, laut Gisperg der "klassische Weihnachtswein".

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Last but nor least ließ es sich Johann Gisperg nicht nehmen, an diesem Abend auch das komplette Sortiment seiner reinsortigen Reserven zur Verkostung anzubieten. Von der CH Reserve 2017 mit 13,5% (Batonnage und Ausbau im neuen Barrique verfeinern die Reserve mit cremigen brotig-nussigen Aromen und langem Nachhall) über die ZW Reserve 2015 mit 13,5% (der Purist unter den Gisperg-Roten besticht mit strahlender Kirschfrucht und typischer Kernigkeit am Gaumen gepaart mit einem kraftvollen Körper und hoher Lagerfähigkeit durch den Ausbau im neuen Barrique) zur STL Reserve 2016 mit 13% (dunkle Waldbeere, Weichsel, sortentypische Würze und eine feine, vibrierende Säure. Ausbau im neuen Barrique verleiht diesem Wein hohe Lagerfähigkeit sowie eine komplexe innere Struktur), PN Reserve 2016 mit 13,5% (die Diva unter den Rebsorten imponiert mit heller, kühler Frucht, Himbeer-, Maroninoten sowie finessenreichen Tanninen, vollendet mit einem vielschichtigen Körper und hoher Lagerfähigkeit durch den Ausbau im neuen Barriquefass), der Merlot Reserve 2016 mit 13,5% (dunkle Zwetschke, Kirsche, rundem strukturierten Gerbstoff, facettenreiche innere Struktur, sowie hoher Lagerfähigkeit durch den Ausbau im neuen Barrique) bis zur CS Reserve 2015 mit 13,5% (typisch sind Cassis, Würze, feine Röstaromen und eine enorme Dichte sowie hohe Lagerfähigkeit durch den Ausbau im neuen Barrique).

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Mit dieser illustren Spitzen-Verkostung ging dieser geheimnisvolle Abend bei angeregten Gesprächen zu Ende. Und macht schon Lust auf das nächste Geheimnis, dann die Nuzmmer VIII.

Text und Fotos: Christian Stöger

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