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Junker mit Vinothek

Es war sein großer Traum, jene Weine, die ihm selbst gefallen, mit anderen zu teilen. Jetzt hat ihn Peter Böhmwalder, seit kurzem Junker beim St. Urbanus Weinritter Ordenskollegium, verwirklicht. Mit seiner eigenen Vinothek VER<KOST>BAR in Wien Ober St. Veit. Wo er junge, österreichische Talente fördern will und Weine anbietet, die sonst keiner hat, wie er selbst sagt. Und da finden sich auch die Sieger des NEWCOMER-Awards der St. Urbanus Weinritter im Sortiment wieder. Wovon sich am 5. Juli 2018 etwa 20 St. Urbanus-Mitglieder bei der Verkostung der elf Weinfavoriten - "meiner Mannschaft"(Böhmwalder) - überzeugen konnte.

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Peter Böhmwalder hat die Weinakademie besucht, in Purbach bei "Rent a Weinstock" drei Jahre lang unter der Anleitung erfahrener Winzer gelernt, wie er seinen eigenen Wein macht. Und jetzt hat er zusammen mit seinen beiden Töchtern Nicole und Christina (beide studieren in Wien) in der Testarellogasse 27 in einem Kellerlokal die VER<KOST>BAR eröffnet. Und zwar von Mo.-Fr. von 11 bis 20 Uhr, am Samstag von 11-18 Uhr. Hier kann man nicht nur etwa 150 verschiedene Weine kaufen, sondern auch jeweils acht verschiedene offene Weine gratis verkosten. Und im Lokal private Feste veranstalten - ohne Raummiete zu bezahlen. Denn das alles ist zur Belebung des Grätzls gedacht. Wozu neben Weinverkostungen auch Lesungen, Vernisagen und Konzerte beitragen sollen.

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"Ich habe immer schon gerne neue Weine kennen gelernt und gesammelt", so Böhmwalder. Und mit "my selection" präsentiert er jene Weine, die zu seinen Favoriten zählen. Elf waren es, passend zur Fussball-WM "seine" Mannschaft mit fünf Weißen und sechs Roten, die verkostet wurden. Los ging es mit dem GV Federspiel Ried Steiger 2017 vom WG Josef Fischer aus Rossatz/Wachau. Mit 12,5% ein mineralischer Urgesteinsveltliner mit schöner Säure, exotischer Frucht, vollmundig um € 15,-

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Weiter ging's mit einem Riesling Kamptal DAC Reserve 2016 von NEWCOMER-Sieger 2016, Stefan Rosner aus Langenlois, mit 13,5%. Deutliches Aroma nach Steinobst, reifer Pfirsich, mit sehr schöner Frucht-Säure-Balance um € 12,- Es folgte die Weißburgunder-Cuvée "Graf Regas" mit WB, CH und GB 2016 vom WG Spielauer aus Mollands im Kamptal. Ein Wein, cremig, üppig, nussig, mit mittlerer Säure. Gleich zwei Bernsteinweine aus Mannersdorf an der March gab es danach zu verkosten. Der 2017er von NEWCOMER-Siegerin Agnes Minkowitsch (GV+CH+WB) mit 13% um € 16,- und der NEWCOMER-Siegerwein 2017 von Angelika Lobner (CH+PB+GV) mit 13% um ebenfalls € 16,- Beides sehr eindrucksvolle, intensive Weine, wobei der 2016er runder und fülliger mit typischer Burgundernote auftrat. Ein herrlicher Blanc de Blanc vom WG Schödl aus Loidesthal mit deutlicher Champanernote war der ideale Begleiter zum kalten Buffet.

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Nun folgten die Rotweine, und zwar mit einem ZW 2017 vom Bioweingut Moritz aus Horitschon. Mit 13% war dieser Wein um € 9,- noch sehr jung und unreif, zeigte aber einiges Potenzial. Anders der ZW Barrique 2013 von Markus Alfred Deim aus Schönberg im Kamptal. ln der Nase deutliches Feigenaroma, Dörrobst, am Gaumen leichte Röstaromen, mittleren Körper bei langem Abgang. Ein schöner, reifer Wein, ebenso wie der Merlot 2015 von NEWCOMER-Siegerin 2017 und 2018, Stefanie Gerdenits aus Hornstein. Mit 14% üppig, vollmundig, Schoko- und Vanilletöne, im großen Holzfass ausgebaut, um € 10,- ein tolles Preis-Leistungsverhältnis. Das gilt auch für den Blauen Spätburgunder (PN) 2013 mit 13,5% vom WG Gabriel aus Rust. Um € 11,- ein fruchtiger Wein mit dunklem Beerenaroma (Johannisbeere), moosig, dicht und lang.

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Vollmundig, kräftig, komplex mit Schokolade und Vanillearomen zeigte sich der Magnus 2015 (BF+ZW+ME) vom WG Leeb aus Winden/Neusiedlersee. Mit 13% um € 15,- Und zum Abschluss, als elfter Spieler der Böhmwalder-Mannschaft,  eine Rarität in Österreich, denn den 100% CF "Evangelista" 2015 vom WG Ikon vom Plattensee in Ungarn gibt es in Österreich nur in der VER>KOST<BAR. Um € 16,- ein kräftiger, dunkler Wein vom 500 Jahre alten Klosterweingut aus Balatonboglár, der zwei Jahre im Barrique und zwei Jahre auf der Flasche gereift ist. Als Zugabe, sozusagen als "Wechselspieler", kam der 2012er Jahrgang ins Spiel. Ein "Austausch", der bei den Zuschauern (Verkostern) begeistert aufgenommen wurde. Und quasi in der Nachspielzeit wurde ein weitere Wein ins Spiel gebracht - wieder vom WG Moritz, der "Urknall" 2016, ein BF von der berühmten Ried Hochäcker aus Horitschon. Damit ging das Match zu Ende - mit dem Bewusstsein, dass das Team "my selection" von Peter Böhmwalder ein absolutes Winner-Team ist.

Text und Fotos: Christian Stöger

 

 

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