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Sinnesschärfung mal 22

Zur Tafelrunde unter dem Thema "Sinnesschärfung" hat das Konventikel Eins am Mittwoch, den 13. Juni 2018, in den Ordenskeller geladen. 22 österreichische Weine, und zwar sortentypische 14 Weisse und 8 Rote, wurden von 16 Mitgliedern des St. Urbanus Weinritter Ordenskollegiums blind verkostet. Wobei der Hobby-Somelier Holger Christen, im Brotberuf Dirigent an der Wiener Volksoper, durch die Verkostung führte. Wobei sich die Runde bei manchem Tropfen recht schwer tat, andere waren hingegen ziemlich eindeutig zu erkennen.

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Eingeschenkt wurde aus Karaffen, erkennbar waren daher lediglich Farbe und Textur der Weine. Preislich waren diese zwischen € 9,50 und 25.50 angesiedelt und boten einen gelungenen Querschnitt durch das heimische Weinangebot. Los ging's mit einem frisch fruchtigem Wein in hellem Zitronengelb. Beim Jahrgang 2017 war man sich ziemlich einig, die 12,5% überraschten dann, denn viele hatten ihn weitaus leichter eingeschätzt. Es war auch kein WR, wie manche vermuteten, sondern ein GV "Fass 4" von Bernhard Ott aus Feuersbrunn/Wagram.  Den nächsten Wein kannten viele, allerdings nicht bei dieser Blindverkostung. Ein cremiger, vollmundiger Wein mit schöner Säure. Den Weißburgunder hatten einige auf der Liste, das Jahr 2016 auch, die 13% schon weniger und dass es sich um den WB "Vollmondwein" von Ordenswinzer Rainer Christ handelte, überraschte dann viele.

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Der Rote Veltliner "Fumberg" 2016 vom Weingut Leth aus Feuersbrunn/Wagram entpuppte sich mit seinen 13% als schwer identifierbar. Etwas leichter tat man sich da beim gleichzeitig im Flight verkosteten GV "Renner" Kamptal DAC Reserve 2016 vom Schloss Gobelsburg. Die 13,5% waren noch einfach zu erkennen, ebenso die kräftige Struktur und der vollmundige Abgang einer GV Reserve. Daher hatten so manche die Wachau als Ursprungsort auf der Liste. Wirklich schwer tat man sich bei den beiden nächsten Weinen, die sortentypisch aus der Thermenregion stammten. Der Rotgipfler "Brindlbach" 2017 mit 14% vom WG Biegler aus Gumpoldskirchen wurde ebensowenig erkannt wie der Zierfandler "Ried Otzler " 2016 mit13% vom WG Alphart am Mühlbach aus Traiskirchen.

Der Neuburger Smaragd 1000 Eimer-Berg vom WG Hofstätter aus Spitz war aufgrund seines Aromas nach Trauben und reifen Äpfeln sowie seiner fülligen Exotik als solcher erkannt worden, in der Wachau hatten ihn aber die wenigsten angesiedelt. Mit 14,5% ein absolut toller Spitzenwein um lediglich € 11,-. Einstimmig war das Ergebnis dann beim Gelben Muskateller aus der Steiermark. Die Sorte bereits im Aroma unverkennbar, die 11,5% leicht und fruchtig - vom WG Potzinger aus Ratsch Auch der nächste Wein mit hellem Gelb und grünen Reflexen, frisch und mineralisch, war als Veltliner oder Riesling aus der Wachau mit 12,5% identifiziert worden. Es war ein Riesling Federspiel 2017 "Ried Steinriegl" von der Domain Wachau aus Dürnstein mit 12,5%. Der zweite Wein des Flights, ein Riesling "Ried Giasberg" DAC Reserve 2016 aus dem Kamptal vom WM Allram aus Strass war bei einigen als Smaragd in der Wachau angesiedelt gewesen. Bei der Sorte war man sich hingegen ziemlich einig gewesen.

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Sortentypisch erkannt wurden auch der SB Traditon 2017 vom WG Potzinger aus Ratsch in der Südsteiermark. Seine frische Paprikanote und das Hollunderblüten-Apfelaroma waren unverkennbar. Auch die 12,5% sind erkannt worden. Weniger ausgeprägt dann die Stilistik beim SB "Steinriegl" 2017 vom WG Wohlmut aus Kitzeck im Sausal. Ein vollmundiger Steirer mit 13%. Den Abschlus der Weißweine bildeten zwei "Schwergewichte", die auch als solche erkannt wurden. Beim ersten, dem CH "Darscho" 2015 vom WG Velich aus Apetlon schieden sich die Geister und Geschmäcker. Für die einen war der im Barrique ausgebaute CH zu heftig, zu überladen, für die anderen war gerade das das Schöne. Den CH hatten die meisten, das Barrique auch, ebenso das Burgenland, aber die 13% waren dann doch weniger als vermutet wurde. Der Gewürztraminer "Premium" 2016 vom WG Minkowitsch aus Mannersdorf/March war sortentypisch erkannt worden, viele hatten ihn jedoch in der SO-Steiermark um Klöch angesiedelt.

Bei den Rotweinen gelang der Einstieg mit einem PN 2016 von Gerhard Markowitsch aus Göttlesbrunn. Das helle Granatrot und die typische Stilistik ließen kaum Zwefel aufkommen, einige hatten diesen Wein allerdings in der Thermenregion angesiedelt. Was durchaus möglich gewesen wäre. Wenig sortentypisch dann der ZW "Goldberg" 2016 von Werner Achs aus Gols. Sehr dunkel, sehr erdig, war er über das nicht sehr deutlich ausgeprägte Kirscharoma für manche doch als ZW erknnbar. Die 13,5% und den Jahrgang hatten dann wieder mehrere. Beim BF "Hochäcker" DAC 2016 vom WB Iby aus Horitschon gab es ein lautes Raunen. Getrunken hatten diesen Wein schon viele, erkannt haben ihn allerdings nur wenige. Als St. Laurent identifiziert wurde die "Frauenfeld" Reserve 2015 vom WG Reinisch aus tattendorf. Wobei auch hier ihm viele mehr als die 13% gegeben hatten.

Ähnlich wie beim BF von Iby ging es dann den meisten beim ZW "Bienenfresser" 2015 vom WG Pitnauer aus Göttlesbrunn. Ein kräftiger, toller Wein, den aber fast niemand erkannt hat. Als CS hatten ihn einige eingestuft, es war aber der BF "Ried Weinberg" 2015 Eisenberg DAC vom WG Wachter-Wiesler aus Deutsch-Schützen. Die 13,5% waren auch hier oft als höher eingestuft worden, bei der Sorte tat man sich bei diesem dunklen, schweren Wein schwer. Zum Abschluss dann noch zwei Cuvées, die annähernd erkannt wurden. Beim Pannobile 2015 von Paul Achs aus Gols hatten die meisten den BF und den ZW, den SL aber nur die wenigsten. Bei der Cuvée Border 2015 vom WG Kopfensteiner aus Deutsch-Schützen  waren die Sorten BF, CS und ME wiederum erkannt worden.

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Als Draufgabe des Konventikels Eins gab es noch zwei Top-Weine (aufgrund der Einnahmen beim Genussfest im Stadtpark werden bei den kommenden Veranstaltungen immer wieder ein oder zwei Spitzenweine den Mitgliedern präsentiert werden). Die beiden BF waren erkennbar, die Marken und Winzer weniger. Der eine war der BF "Setz" 2013 vom WG Kollwentz mit 14% Falstaff-Sieger 2016. Und der BF "Mariental" 2015 von Ernst Triebaumer mit ebenfalls 14%.

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Fazit: es war ein interessanter, unterhaltsamer und durchaus weiterbildender Verkostungsabend mit Weinen, die man immer wieder getrunken hat, die man aber dennoch nicht sofort wieder erkennt.

Text: Christian Stöger
Fotos: Monika Schwedler/ Christian Stöger

 

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