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Fruchtiger Floridsdorfer

Der resche säurebetonte und deshalb sprichwörtliche "Brünnerstrassler" scheint endgültig der Vergangenheit anzugehören, wie die 3. Floridsorfer Weinverkostung der Sankt Urbanus Weinritter, Konventikel Wiener Weinberge, am 7. April 2016 unter Beweis stellte. Frische, aber ausgesprochen fruchtige Weine des Jahrhundertjahrgangs 2015 wurden im Florido Tower auf 100 Meter Höhe über Grund von 20 Winzern aus Stammersdorf, Strebersdorf und Jedlersdorf präsentiert.

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Bereits 40 Prozent des Wiener Weins kommt aus den drei Anbaugebieten Floridsdorfs, wie Bezirksvorsteher Georg Papai bei seiner Eröffnungsrede dieser 3. Floridsdorfer Weinverkostung nicht ohne Stolz anmerkte. Papai, ebenso wie sein Bezirksvorsteherkollege aus dem angrenzenden 22. Bezirk, Ernst Nevriviy, Mitglied des St. Urbanus Ordenskonvents, zeigte sich auch über das rege Interesse der teilnehmenden Winzer erfreut. Waren es im Vorjahr noch 17 gewesen, so machten diesmal drei weitere Betriebe mit, darunter auch sämtliche Urbanus-Ordenswinzer. Und die zu verkostenden Weine konnten sich - nach der offiziellen Eröffnung durch Prior Wolfgang Seipelt vom Konventikel Wiener Weinberge des St. Urbanus Weinritterordens sowie der Winzerkönigin Elisabeth III. - durchaus sehen bzw. schmecken lassen. 

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Viele Sonnenstunden ließen diesmal auch die Weine in Trans-Danubien besonders fruchtig und gehaltvoll werden, wie etwa der Weißburgunder von Peter Bernreiter unter Beweis stellte. Duftig frisch in der Nase, mit gutem Fruchtspiel nach reifen Äpfeln und Birnen am Gaumen zeigte sich dieser Wein im Top-Klassement. Ebenso wie der Weissburgunder Vollmondwein von Rainer Christ und der vollmundige Weißburgunder von Karl Lentner mit 13,5 Volumsprozent.

Besonders zahlreiche vertreten war naturgemäß die Wiener Paradesorte Gemischter Satz. Die gemischte Auspflanzung im Weingarten, historisch gesehen zur Schadensminimierung bei Ausfall einer Sorte gedacht, hat sich zu einer Moderichtugn entwickelt, wo manche Winzer nun sogar bewusst gemischte Sorten gemneinsam in einem Weingarten neu auspflanzen. Wobei hier vor allem die Klassiker Grüner Veltiner, Weißburgunder und und Welschriesling zu nennen sind. Erwähnenswert ist hier der Gemischte Satz DAC Jedlersdorf von Karl Lentner (50% GV, R, WB, GB) mit 13,5 Volumsprozent und der runde und gehaltvolle Gemischte Satz DAC Gabrissen (GV, R, WB, TR) von Peter Bernreiter, bei dem der Traminer wohltuend hervorstach.

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Überraschend fruchtig zeigten sich diesmal auch die Grünen Veltliner, die zahlenmäßig stärkste Sorte der Floridsdorfer Winzer. Ernst Strauch präsentierte zwei Grüne Veltliner, und zwar Riede Sätzen aus dem Hausweingarten frisch, fruchtig mit 12 Volumsprozent und die Riede Steinbügel mit 13,5 Prozent eher gehaltvoll und von der fruchtigen Seite. Toll im Glas auch der GV Bruch von Rainer Christsowie der Biowein GV Wiesthalen von Wolfgang MatuskA. Hier sei vor allem der GV Loisi erwähnt, der 2014 Landessieger war und in der Vergangenheit bereits mit Gold ausgezeichnet worden ist. Und auch Fritz Wieningers GV Herrenholz verstand zu begeistern. MatuskAs Best of Burgund (70% WB, 30% CH) mit tollem Fruchtspiel und Wieningers Wiener Trilogie 2012 in Rot (70% ZW, 20% CS, 10% M) im gebrauchten Barrique ausgebaut gefielen dem Autor dieser Zeilen besonders gut. 

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Von 16.00 bis 21.00 Uhr wurden auf luftiger Höhe im 30. Stockwerk des Florido-Towers an die einhundert verschiedene Weine verkostet. Dazu gab es ausgezeichneten Beinschinken, Käsevariationen und heiße Würstel. Angeregte Gespräche und neue Kontakte unterstrichen den nicht nur voniphilen, sondern durchaus auch gesellschaftlichen Charakter dieser Veranstaltung, die sich langsam aber sicher zu einem Traditionsevent der Urbanus Weinritter, Konventikel Wiener Weinberge, entwickelt. Und bereits heute Lust auf die 4. Floridsdorfer Weinverkostung im kommenden Jahr macht.

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Text: Christian Stöger
Fotos: Karl Juris

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