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Kroatische Weine

Urlaub, Sonne, Meer - das verbindet man langläufig bei uns mit Kroatien. Aber Wein? Immerhin hat das Land eine Rebfläche von 73.000 Hektar (Österreich 45.500 ha), die in 12 Regionen unterteilt ist. Am Mittwoch, den 14. September 2016, konnten sich 20 Mitglieder und Gäste des St. Urbanus Weinritter Ordenskollegiums bei der Tafelrunde im Ordenskeller von der Vielfalt und Qualität kroatischer Weine überzeugen.

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Los ging es mit der typischen Weißweinsorte Malvasia, und zwar ein 2015er mit 12% vom Weingut Polesina aus Istrien, danach ein 2014er mit 12,5% vom Weingut Kabola und ein 2013er mit 13% vom Weingut Kozlovic-Santa Lucia. Malvasia gehört auf der Halbinsel Istrien zu den am häufigsten angebauten Sorten, ist alten - vermutlichen griechischen - Ursprungs und ergibt alkoholreiche, wuchtige Weißweine mit vollem Aroma.

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Es folgten zwei Welschrieslinge aus 2015, Grasevina genannt, und zwar vom Weingut Kutjevo aus Slawonien und vom bekannten Weingut Krauthaker aus Kutjevo im Nordosten des Landes. Mit 13% für einen Welschriesling eher kräftig, zeigte sich der Wein goldgelb,vollmundig, fruchtig, körperreich mit stoffigem Abgang Dieser Grasevina gehört sicherlich zur Spitze seiner Sorte in Kroatien. 

Vom Pinot Blanc 2012 (13%) vom Weingut Zvonko Bogdan ging es weiter zum Chardonnay 2013 (14%) vom Weingut Zdjelarevic und dem Chardonnay barrique 2011 (13,5%) von Plantaze. Dieser typische Chardonnay duftet nach grünen Äpfeln und Ananas. Auch ein wenig Haselnuss ist erkennbar. Er ist körperreich, trocken mit guter Struktur. Im Abgang sind leicht bittere Noten spürbar. Der Wein wurde zunächst 3-4 Monate im Edelstahltank ausgebaut, bevor er für 10 Monate ins Barriquefass zur Reifung gefüllt wurde. Wobei anzumerken ist, dass dieser Wein eigentlich aus Montenegro stammte, denn Plantaze ist seit mehr als einem halben Jahrhundert eines der bekanntesten und größten Weingüter Montenegros.

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Die Rotweine begannen mit zwei Merlots, und zwar von Vina Laguna, Terra Rossa 2014 mit 12,5% und von Korlat Benkovac 2012 mit 13,5%. Gereift in Eichenfässern, gekennzeichnet durch ein kräftiges Rot, mit kräftiger Struktur und einem vollmundigen Kirsch- und Himbeeraroma mit Gewürzanklängen. Frisch, kräftig, mit weichen Tanninen. Danach kam der für Kroatien typische Dingac, der nur an der Südküste der Halbinsel Peljesac im Süden des Landes aus der autochtonen Mali Plavac-Traube gekeltert wird. Es ist ein intensiv nach Beerenobst und Kirschen duftender, fast violettschwarzer Wein mit hohen Alkoholgraden, der seine Trinkreife erst nach mindestens fünf Jahren erreicht. Tanninbetont und wuchtig zeigten sich dann auch die beiden verkosteten Weine von Matusko, und zwar aus dem jahr 2011 mit 14,5% und 2012 mit 14%. Der Dingac war übrigens der erste, damals noch jugoslawische Qualitätswein, der 1961 die geschützte Herkunfstbezeichnung und das Prädikat "Kvalitetno Vino" (Herausragender Wein) erhalten hat. Erwähnenswert ist auch die verkostete Dingac Reserve Barrique 2009 von Matusko mit 15,2%!

Unter den gehaltvollen Roten überzeugten zwei Plavac Barriques von Zlatan und Ivan Dolac (2010 und 2006) mit 14,5 bzw. 14,3% auch eher auf der kräftigen Seite, sowie der Superistrian 2008 vom Weingut Roxanich mit 13,2%. Einen ebenso typisch kroatischen Rotwein gab es dann noch mit dem Teran, einer alten, bodenständigen Sorte, die vor allem in Istrien, aber auch im italienischen Friaul-Julisch Venetien angebaut wird. Der Wein ist auch unter dem Namen Refsoco oder Refosk bekannt. 

Mit einer Izborna berba-Trockenbeerauslese vom Weingut Krauthaker aus dem Jahr 2009 mit 14,5% ging ein bemerkswerter, interessanter und durchaus gelungener Kroatienabend süß zu Ende. 

Text: Christian Stöger
Fotos: Monika Schwedler