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Piemont zu Gast in Wien

Dass die Weinregion Piemont mit ihren grandiosen Barolos zu Recht zu den Besten der Welt gehört, davon konnte sich eine illustre Runde der St. Urbanus Weinritter am 29. Jänner 2015 überzeugen. Nach Graz und Linz waren sieben L'Insieme-Winzer auf ihrer Degustations-Tour auch im Lokal „beim Novak" in Wien zu Gast. Beim Weindinner für einen guten Zweck übernahm Opernsängerin Ildiko Raimondi alle Einnahmen des Abends für ein rumänisches Kinderheim. 

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Weil man aber den Weinabend nicht gleich mit den gehaltvollen Roten aus dem Piemont beginnen wollte, sorgten Grüner Veltliner, Gemischter Satz, Sauvignon Blanc und Riesling vom Wiener Weingut Christ und vom Kremser Weingut Hoch für den gelungenen Auftakt. Wobei hier der mit 13,5 Volumsprozent wirklich üppig ausgefallene Gemischte Satz aus dem Jahr 2013 von Manfred Christ sowie der runde und äußerst gehaltvolle Grüne Veltliner Hollenburg von Emmerich Hoch mit rauchig- mineralischer Textur sowie schön eingebunden würzigen Nuancen zu begeistern verstanden.

Nach den Vorspeisen (gebeizter Lachs mit Wasabi-Gurkencreme, Pumpernickel mit Schafskäse und Radieschen, Erdäpfelcreme mit Forellenkaviar und Roastbeef auf Gemüse-Chutney) ging es mit den Piemont-Weinen der L'Insieme-Winzer weiter. Elio Altare hat vor 16 Jahren L'Insieme ins Leben gerufen, um mit aufstrebenden Winzern und guten Freunden Weine unter diesem Label zu füllen und einen Teil des Erlöses wohltätigen Zwecken zuzuführen. Seither gehen fünf Euro pro Flasche L'Insieme an Solidaritätsprojekte auf der ganzen Welt. In Summe konnten bisher über 500.000 Euro gespendet werden.

Unter der Edition L'Insieme werden verschiedene Weine produziert, wobei jedes Weingut sein eigenes »Rezept« hat. Die klassischen piemontesischen Rebsorten Nebbiolo, Barbera und Dolcetto werden entweder sortenrein oder mit den »Kosmopoliten« Cabernet Sauvignon, Pinot Nero und Merlot als Cuvée gefüllt.

Elio Altares Tochter Silvia präsentierte zum Auftakt einen Dolcetto 2013 sowie den Barbera Langhe Largi 2010, der aus Trauben von Rebstöcken gekeltert wird, die 1948 ausgepflanzt worden sind, und der nach 18 Monaten im Barrique mit 14,5 Volumsprozent dennoch fein und harmonisch beeindruckt.

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Federico Grasso war ebenfalls anwesend und überzeugte sowohl mit seinem Barbera fontanile 2012, der mit 13,5 Volumsprozent äußerst vollmundig auftrat, sowie mit seinem Barolo Manzoni aus dem Jahr 2004, mit 14,5 Volumsprozent ein satter, ruhiger und voller Weingenuss zum rosa gebratenen Schulterscherzel mit sautiertem Kalbsbries, cremiger Polenta und geröstetem Gemüse.

Gianfranco Alessandria stellte in Wien seinen Barbera d'alba Vittoria 2012, gekeltert aus 85 Jahre alten Reben, fein strukturiert und ideal passend zum knusprigen Hauskaninchenrücken auf Sellerie-Püree mit Karotten und Holunder, vor. Ebenfalls zu verkosten gab es den Spitzenwein seines Gutes, den Barolo San Giovanni aus dem Jahr 2009 mit 14,5 Volumsprozent, der genau das bot, was man sich von diesem Wein erwarten durfte.

Mit dabei auch Mauro Veglio mit seinem Barolo DOCG Gatterta aus dem Jahr 2006, Giovanni Corino mit seinem Barbera 2013 und dem Barolo giachini 2008 sowie Lorenzo Revello mit seinem zwei Jahre im Barrique gereiften Barolo Gattera 2007, gekeltert aus Trauben von 75 Jahre alten Rebstöcken. Den würdigen Abschluss des Abends bildete Revellos sensationelle L'Inseme Cuvée aus dem Jahr 1999, die mit 14 Volumsprozent trotz ihres Alters erstaunlich jung wirkte und durch gute Säure-Fruchtbalance sowie enormes Volumen begeisterte.

Neben diesen vinophilen Höhepunkten wurde auch noch ein musikalisches Highlight geboten. Denn Opernsängerin Ildiko Raimondi war über die Übergabe eines Schecks über 3.000 Euro, die gesamten Einnahmen dieses Abends (die einem Kinderheim in ihrer rumänischen Heimat zu Gute kommen), dermaßen begeistert, dass sie spontan eine Kostprobe ihres Könnens von Franz Lehar zum Besten gab. Ohne Einsingen, mitten im Lokal. Einfach so, einfach großartig.

Text & Fotos: Christian Stöger

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