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1 + 1 am Kirchenberg

Eine Neuaufnahme und eine Vorrückung gab es am Freitag, den 22.9.2017 beim Fest des Konventikels Niederösterreich des St. Urbanus Weinritter Ordenskollegiums. Erstmals in Kirchberg am Wagram, in der Wallfahrtskirche Maria Trost am Kirchenberg. Ing. Andrea Öhlzelt, Lehrerin an der Weinbauschule Krems, wurde als Hospita in den Orden aufgenommen, Franz Aigner, Mitorganisator dieses Konventikelfestes, rückte zum Junker auf. Im Anschluss an den kirchlichen Festakt gab es in der Wagramhalle die Präsentation und Prämierung der Sieger der JungWinzer Competence Trophy 2017.

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Erstmals kamen die Mitglieder des St. Urbanus Weinritter Ordenskollegiums zum Konventikelfest in den Weinort Kirchberg am Wagram, der auf die Kirchengründung des Passauer Domkapitels im Jahr 1014 zurückgeht. 1147 taucht der Name "Sanct Stephani ad Wachrein" erstmals auf, aber erst 1421 ist die Ortsbezeichnung "Kirichpergi" zum ersten Mal urkundlich erwähnt. 1645 haben die Schweden den Ort heimgesucht. Bis heute erinnern die Straßenbezeichnungen "Auf der Schanz" und "Schanzpark" daran. Ebenfalls im 17. Jahrhundert ist die dem heiligen Stephan geweihte Wallfahrtskirche barockisiert worden, in der Pfarrer Mag. Maximilian Walterskirchen das Konventikelfest des St. Urbanus Weinritter Ordenskollegiums mit einem Wortgottesdienst begann. 

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In seiner Festrede betonte dann Großmeister Eduard Franz Hamersky die Bedeutung des Weinbaugebietes Wagram. 2.400 Hektar umfasst die Anbaufläche des Wagram mit seinem mächtigen, bis zu 30 Meter hohen Lössterrassen - entstanden durch die Anwehungen des aus der Frühzeit der Erdgeschichte stammenden Urmeeres. In letzter Zeit hat hier, neben der wichtigsten Rebsorte Grüner Veltliner, der alte autochtone Rote Veltliner stark an Popularität gewonnen - und ist sogar zu so etwas wie der neuen Leitsorte des Wagram geworden (siehe Artikel "Wagram, Löss und eine Diva", Weinreise vom 14.7.2017).

Mit den Worten des griechischen Philosophen Plutarch schloß der Großmeister seine Ausführungen: "Der Wein ist unter den Getränken das Nützlichste, unter den Arzneien die Schmackhafteste und unter den Nahrungsmitteln das Angenehmste."

Bei der folgenden Aufnahmezeremonie wurde Ing. Andrea Öhlzelt als neues Mitglied im Rang einer Hospita in das Konventikel Niederösterreich des St. Urbanus Weinritter Ordenskollegiums aufgenommen, Franz Aigner wurde in den Rang eines Junkers in den Inneren Kreis des Ordens erhoben.

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Begleitet von der örtlichen Blasmusikkapelle ging es dann die paar Meter von der Kirche hinüber zur Wagramhalle, wo die Preisträger der JungWinzer Competence Trophy JWCT bekannt gegeben und mit Preisen und Urkunden ausgezeichnet wurden, die von Großmeister Hamersky und dem Prior des Konventikels NÖ, Rudi Bründlmayr, überreicht wurden. 19 Betriebe haben diesmal mit 53 Weinen an dem Wettbewerb teilgenommen, und zwar alles Absolventen der Weinbauschule Krems der letzten drei Maturajahrgänge.

In der Kategorie "Weißwein klassisch" holten sich Katharina und Lukas Daffert aus Roggendorf bei Röschitz Platz 3 mit dem GV Weinviertel DAC 2016 und Platz 1 mit dem Sauvignon Blanc 2016. Platz 2 ging hier an Daniel Burger aus Langenlois mit seinem Riesling Kamptal DAC 2016. Bei den "Weißweinen Reserve" waren die Geschwister Daffert neuerlich im Finale und holten mit dem Grünen Veltliner Weinviertel DAC Königsberg 2016 Platz 3. Platz 2 ging hier an Josef Schenter aus Schönberg am Kamp für den GV Kamptal DAC "Mollandser Lettn" 2015. Im Vorjahr war Schenter übrigens 3. bei den Rotweinen mit seiner ZW/M-Cuvée "Peppone" gewesen. Der Sieg in der Reserve-Klasse ging heuer an Stefan Zadrazil aus Obernalb bei Retz für seinen Weißen Riesling 2016. Nach Platz 1 und 3 im Vorjahr in der Klassik (GV Weinviertel DAC 2015 und WR 2015) ein weiterer schöner Erfolg für Stefan.

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Beim Rotwein holten sich die Schwestern Sigrid und Kerstin Schwertführer aus Sooß Platz 3 mit ihrer Cuvée Ultra (65% CS/35% ME) 2015. Nach Platz 2 im Vorjahr bei den Reserve-Weißen mit ihrem Pinot Blanc ebenfalls wieder ein toller Erfolg für die Schwertführerinnen. Platz 2 ging an Reinhard Wimberger aus Kleinweikersdorf bei Laa/Thaya mit seinem Zweigelt 2015. Auch er war im Vorjahr bei den Siegern - als 2. in der Kategorie Weißweine klassisch mit dem GM "Brombergen". Und wie im Vorjahr Platz 1 bei den Rotweinen gewann neuerlich Daniel Burger mit seinem Merlot Barrique "Destiny" 2014 (im Vorjahr war es der 2012er).

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Anhand der verdienten Sieger ist klar erkennbar, dass sich bei den Jungwinzerinnen und -winzern Qualität auch über die Jahre durchsetzt. Bis auf Katharina und Lukas Daffert (die heuer gleich drei Preise abräumten und damit die erfolgreichsten Newcomer waren) sind alle anderen bereits im Vorjahr unter den Siegern gewesen. Und zwar durchaus auch in unterschiedlichen Kategorien. Was deutlich macht, dass der Winzernachwuchs nicht nur bei einer Sorte brilliert. Die Preisträger der Jungwinzer Competence Trophy - ein Versprechen für die Zukunft.

Text: Christian Stöger
Fotos: Monika Schwedler/ Ingrid Hamersky

 

 

 

 

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