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Zwei Neue im Stift

Beim diesjährigen Konventikelfest Niederösterreich gab es mahnende Worte von Abt Columban Luser in Stift Göttweig. Man solle sich bewußt sein, wie gut man es in Österreich hat, und dass man dankbar sein sollte, in Frieden leben zu dürfen. Friede, keine Selbstverständlichkeit, wie der seit acht Monaten anhaltende und mit brutaler Intensität geführte Krieg in der Ukraine täglich unter Beweis stellt. Und man solle sich aktiv um den Frieden bemühen, wozu auch das Zusammengehörigkeitsgefühl wie etwa im St. Urbanus Weinritterorden beitragen könne. Denn es gehe um Zusammenhalt, um das friedliche Miteinander. Für das treten in Zukunft auch die beiden neu Aufgenommenen, Gerlinde und Heinrich Becker, ein.

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 "Frieden" war das dominierende Wort, der dominierende Begriff der feierlichen Aufnahmezeremonie des Ehepaars Becker am 21.10.2022 in der barocken Stiftskirche von Göttweig. Denn im Zeremonientext heißt es u.a. auch: "Wir treten ein für die Förderung des Friedens und wir fördern das Gute, das Schöne sowie die Freundschaft und die Geselligkeit." Damit diese Begriffe keine leeren Worte sein mögen, dazu sind nicht nur die beiden neuen Mitglieder, die in den Rang der Hospita und des Hospes aufgenommen wurden, aufgefordert, sondern alle Mitglieder des St. Urbanus Weinritter Ordenskollegiums. 

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Großmeisterin Ingrid Hamersky gab in ihrer Festrede einen geschichtlich-historischen Überblick zur Entstehungsgeschichte und der Entwicklung des Beneditkinerstiftes auf dem Göttweiger Berg. Seit dem Jahr 2000 wurde es als Teil der „Kulturlandschaft Wachau mit den Stiften Melk und Göttweig und der Altstadt von Krems“ in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. Begonnen hat alles aber Jahrhunderte früher, denn für das Jahr 1072 ist die Weihe einer ersten Kirche belegt. Die Gründungsurkunde, mit der der hl. Bischof Altmann von Passau das Chorherrenstift errichtete, ist vom 9. September 1083 datiert.  

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Das 15. und 16. Jahrhundert waren von wirtschaftlichem und personellem Niedergang geprägt, verschärft durch Türkengefahr und Reformation, sodass von 1556 bis 1564 das Kloster nur mehr durch einen Administrator geleitet wurde. Trotz Großbrand 1580 und Pestepidemie 1596 blieb das Kloster bestehen. Allerdings wurde es erst im 18. Jahrhundert nach Plänen von Johann Lucas von Hildebrandt mit dem Ausbau begonnen, der in den ersten Jahren zügig, dann immer schleppender voranging, bis er nach 1750 (Errichtung der Kirchenfassade) ganz eingestellt wurde, sodass nur etwa zwei Drittel des Bauplanes umgesetzt wurden. 

Vor diesem historisch beeindruckenden Hintergrund wurden nun Gerlinde und Heinrich Becker in das Konventikel NÖ des St. Urbanus Weinritter Ordenskollegiums aufgenommen. Und sie konnten diese Aufnahme durch einen Schluck aus dem Ritterschaftskelch besiegeln, was nach einer zweijährigen, coronabedingten Pause, wieder zelebriert werden konnte. 

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Im Anschluss an diese feierliche Aufnahmezeremonie ging's ins Stiftrestaurant - zum Ganslessen und zur Präsentation der Sieger der JungWinzerCompetenceTrophy.

Text: Christian Stöger
Fotos: Angela Hammer

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